Halbzeit
Projektmanagement

Halbzeit

Am 1. Oktober 2020 bin ich als Projektprofi in der Landeshauptstadt Kiel mit dem Schwerpunkt E-Government eingestiegen. Zu Beginn habe ich zwei Monate in die Bereiche E-Rechnung, Prozesse, Picture und zu guter Letzt in die E-Akte schnuppern dürfen. Letztendlich habe ich mich im letzten Jahr als Projektmanagerin für die Einführung der E-Akte entschieden. Als Quereinsteigerin eine Herausforderung. Meine mehr als 15 Jahre Projekterfahrung in Organisationseinheiten und mein systematisches Verständnis von Softwareeinführungen und Verwaltungsabläufen half mir in den Einstieg. Mehr als 8 Monate sind nun schon vergangen und viele Gespräche mit Expert*innen, Herstellern und auch aus den eigenen Reihen, bringen die Einführung der E-Akte in ihrer Gesamtheit jeden Tag ein Schritt weiter in die Organisation. Ein spannender Weg für eine Verwaltung: digitale Transformation par excellence.

Mit Blick über den Tellerrand konnte ich spontan an der re:publica #rp21 teilnehmen. Mein erstes Mal, dann auch noch online. Ein spannendes Format, mit einem Querschnitt an Themen und Diskussionen rund um die Medienvielfalt, auch Politisches. Auch das Thema Digitalisierung nahm einen Schwerpunkt ein: Bildung, Kultur, Medien. Alles verändert sich. Durch Corona und durch den ersten Lockdown wurde der Druck erhöht, in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv zu werden und Prozesse zu digitalisieren. Und nach fast einem Jahr: Wir sind noch lange nicht dort angekommen, wo wir in Deutschland hätten sein können. Corona hat die Digitalisierung beschleunigt, viele „Schlaglöcher“ sind deutlich geworden. Schon in meinem Studium und in meiner Diplomarbeit, die jetzt fast zwanzig Jahre zurückliegt, wurden die Themen besprochen und benannt. Aber erst jetzt kommt Bewegung, z.B. in das mobile Arbeiten, Video-Konferenztechniken, papierloses Büro und „distance learning“. Deutschland hat den Zeitpunkt verschlafen, hat sich auf andere Themen fokussiert. Und muss jetzt nachholen, der Unmut ist groß.

Sascha Lobo hat es auf der re:publica 21 auf den Punkt gebracht: „Fragt nicht, was digital werden soll, sondern fragt, was analog bleiben muss und digitalisiert alles andere!“ Mit Blick auf die Lehren, die wir aus Corona ziehen können und unserem Digitalisierungsverhalten, ein sicherlich sehr fokussierter Ansatz zur Handlung für die Zukunft. Nichts desto trotz dürfen wir die Menschen auf dem Weg zur Digitalisierung nicht aus den Augen verlieren, sie an ein System gewöhnen und den Nutzen aufzeigen. Gelingt das nicht, kann jeder Ansatz zur Digitalisierung in einer Organisation und in Prozessen scheitern.

Da ich ja nicht nur zum Arbeiten aus dem ostwestfälischen Bielefeld in die nördlichste Landeshauptstadt von Deutschland gezogen bin, war ich hier schon auf Entdeckertour, in und um Kiel herum. Aufgrund von Corona und des doch eher nasstrübem Wetters, waren die Sonnentage begrenzt. Aber es gibt ja bekanntlich nur schlechte Kleidung hier.

Zwei Lieblingsplätze haben sich schon gefunden, einmal die Kiellinie und der Bootshafen, an der Hörnbrücke. An der Kiellinie kann ich herrlich auf die Förde schauen. Den Blick weiten und abschalten, nach einem anstrengendem Tag. Wer braucht da schon Fernsehen, wenn er den Meerblick vor der Tür hat. Einer der Gründe, warum ich aus Bielefeld an die See gezogen bin: Meerblick mit Weitblick und die Füße im Sand. Leben und Arbeiten wo andere Urlaub machen.

Den Nord-Ostseekanal habe ich für mich entdeckt, besonders das kleine Café an der Schleuse in Holtenau oder den Imbiss, an der Fähre Landwehr. Ein Imbisswagen, der allerlei Leckereien dabei hat. Wie z.B. die Currywurst mit Sesam. Immer dabei mein Handy, auf Bildern festhalten, wie schön es hier oben ist. Dann auch einfach mal innehalten und den Moment genießen, durchatmen. 

Klasse, auch wenn man nach einer guten Stunde Fahrt an die Nordsee kommt, anderes Klima, andere Gezeiten. Unglücklich, wenn gerade Ebbe an der Nordsee ist und ich weiß warum ich mich für ein Leben an der Ostsee entschieden habe. In 20 Minuten am Strand sein, in Kalifornien oder Brasilien. Traumstrände mit Karibikfeeling. Dankbar sein.

Die nächsten Ziele, sind das Segeln lernen und mit der Fähre Richtung Oslo reisen. Sobald Corona es wieder zu lässt. Und nun, Holstein Kiel die Daumen drücken für den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Bringen wir den Ball ins Rollen. Gemeinsam!